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Max Payne 20. November 2008 um 20:30 Uhr

Max Payne Kinokarte

Film

Wertung: ★★½☆☆

Lange habe ich gewartet auf die Verfilmung eines meiner Lieblingsspiele; Europa musste mit mir einen Monat länger warten als Amerika. Ich fragte mich ob er wirklich gut sein oder das Franchise vernichten würde. Kurz vor Beginn der Vorstellung konnte ich den Film aber schon ziemlich gut einschätzen. Der Stil, die Stimmung und die Action wurde dem Original gut nachempfunden und es gibt die ganzen Anspielungen, über die man sich als Fan freut. Die Handlung ist grundsätzlich wie im Spiel, wird aber in einer anderen Reihenfolge erzählt und viele Elemente wie die Mafia oder Alfred Wooden wurden ausgelassen. Die Art und Weise, auf die die Geschichte im Spiel erzählt wird, ergibt für mich mehr Sinn und wirkt auch authentischer.

Max Payne selbst scheint weniger kaputt und depressiv zu sein, er hält auch kaum Monologe und man kann sich schwer mit diesem Schlägertyp identifizieren, den Mark Wahlberg da verkörpert. Überhaupt ist die schauspielerische Leistung der anderen Protagonisten unterdurchschnittlich. Viele Leute, die an diesem Film gearbeitet haben, haben allerdings ihren Job gut gemacht und auch nachgeforscht. Die Sets, die Beleuchtung und die wenigen (aber wirklich guten) Actionsequenzen bleiben dem Spiel treu und gehen in die Richtung von Sin City. Den visuellen Stil fand ich ziemlich interessant: Die Wirkung der Droge Valkyr wurde mit den Todesengeln und dem brennenden Himmel gut dargestellt, auch wenn das viele für übertrieben halten. Die vielen V(alkyr)-Graffities, der Schnee, Roscoe Street Station, Nicole Horne & Aesir mit Plakaten und Werbespots, Vinnie Gognitti und Ragnarok sind zumindest im Hintergrund vorhanden und das hat mich gefreut!

Max Payne hat vieles, was andere Computerspielverfilmungen nicht haben, nämlich diese originalgetreuen Details. Jedoch versagt er auf filmischer Ebene, was Dialoge, Charaktere und Drehbuch betrifft. Für mich sind Sin City, Shoot ‘Em Up und vor allem Payback mit Mel Gibson immer noch die paynigeren Filme… Aber diesen Streifen kann man durchaus noch verteidigen.

Vorstellung

Wertung: ★★★☆☆

Das Cineplexx Linz hat für diese Premiere den Ton gut aufgedreht und so dröhnten die Bässe so richtig. Da wirkt die Action gleich noch besser. Bei einer Explosion wurde dann leider plötzlich alles leise, aber zum Glück passierte das nur einmal. Das Publikum war relativ still, der Film ist wohl bei den meisten eher schlecht angekommen. Einige peinliche Dialoge haben Lacher ausgelöst, obwohl sie ernst gemeint waren und die Wucht von Max’ Schrotflinte hat auch viele überrascht. Meine Sitznachbarn gaben des öfteren “Soo schlecht!” und “Nicht wirklich, oder?” von sich und haben den Film nicht ganz abgekauft.

Gesamtwertung: ★★★☆☆

Quantum of Solace 6. November 2008 um 20:35 Uhr

Film

Wertung: ★★★☆☆

Es liegt nahe, Quantum of Solace mit dem Beginn des Bond-Reboots Casino Royale zu vergleichen. Es eine direkte Fortsetzung, der zweite 007 mit Daniel Craig, wodurch die Erwartungen hoch waren. Vorher war bekannt, dass es mehr Action geben würde und die Spielzeit mit 100 Minuten verhältnismäßig kurz sein würde. Nach vielen Werbeclips, die auf James Bond bezogen sind, geht es los mit dem, was letztes Mal gefehlt hat: Eine rasante Verfolgungsjagd mit dem Aston Martin, wo es richtig brutal zugeht!

Dann kommt das Intro, und hier beginnt die Enttäuschung. Es sieht zwar ganz nett aus, wirkt aber nicht so modern und zeitgemäß wie bei Casino Royale. Bei dessen Intro kamen vektorbasierende Motion Graphics gerade so richtig in Mode. Hier ist nun schon wieder Schluss damit, stattdessen sehen wir ein einsames Projektil durch jede Menge Wüstenstaub fliegen und ein paar Umrisse von Bond und den Girls. Der Song ist nicht so fetzig und bleibt eher im Hintergrund. Mich hat das nicht beeindruckt, und so ging es dann auch leider weiter. Irgendwie konnte die Action nicht mit CR mithalten, und zwar hauptsächlich weil man nicht wirklich den Überblick hatte. Kamera und Schnitt waren hier ziemlich “experimentell”. Was Gadgets betrifft fielen besonders die neuen Interfaces des MI6 auf. Es wirkt alles wie direkt von Minority Report abgeschaut und das macht es billig. Hatten sie für diesen Film einfach viel weniger Budget? Nein! Sogar mehr als Doppelte hat Ein Quantum Trost verglichen mit dem Vorgänger gekostet. Es muss wohl an etwas anderem liegen.

Im Endeffekt gefällt mir Casino Royale um einiges besser, ich habe ihn kurz nach diesem Kinobesuch wieder gesehen. Dort ist einfach noch mehr vom klassischen Bond-Feeling dabei, obwohl ja schon vieles weggenommen wurde. Aber Quantum of Solace nimmt noch mehr weg und es bleibt nicht viel mehr als ein reiner Action-Streifen im Sinne von Popcorn-Kino übrig.

Vorstellung

Wertung: ★★★★☆

Im Cineplexx gab es dann zur Premiere des neuen Bond-Streifens ein Popcorn-Menü mit Cola im 007-Becher. Allerdings sind die toll bedruckten Becher ausgegangen und ich zahle 30 Cent mehr für die sonst gleiche Coke Zero Box.

Gesamtwertung: ★★★½☆